Fritz Hochwälder

Der Flüchtling

Regie: Erich Martin Wolf
Produktionsleiter:
Pani Stamatopolos
Bühne:
Siegbert Zivny
Kostüme:
Christine Zauchinger
Assistenz:
Bernhard Dreisiebner  

Es spielten:
Der Flüchtling: Benjamin Vanyek
Die Frau:
Miriam Fontaine
Der Grenzwächter:
Michael Mischinsky

Die Thematik des Stücks ist nach wie vor aktuell.

Man kann sagen, dass die Situationen und Konflikte die das Stück beinhaltet für politische Flüchtlinge typisch sind.


Der österreichische Autor Fritz Hochwälder, der selbst 1938 aus Wien in die Schweiz flüchten musste, schrieb das Stück nach einem Entwurf von Georg Kaiser unter dem Eindruck des Holocaust.

Der Flüchtling (1945) schildert die Flucht eines jungen Franzosen  vor der deutschen Zwangsarbeit in einem Bergwerk. Er springt aus einem fahrenden Zug, flieht in die Berge und findet als Zufluchtsort ein Grenzwächterhäuschen. Aus Menschlichkeit gewährt die Frau des Grenzwächters dem schutzlosen Flüchtling Asyl und versorgt ihn mit Essen. Aus der anfänglichen Nächstenliebe entstehen mehr und mehr Gefühle von Liebe. Wer jedoch in einem totalitären System einen Flüchtling versteckt, wird liquidiert.

>> Der Flüchtling YouTube <<

Als der pflichtbewusste Grenzwächter nichts ahnend aus dem Nachtdienst nach Hause kommt, gesteht ihm seine Frau nach langem Zögern, dass sie den Flüchtling im Schlafzimmer versteckt hält. Dies stellt den Grenzwächter vor die schwierige Entscheidung den Flüchtling auszuliefern, um seine Frau und sich selbst zu retten, oder ihm zur Flucht zu verhelfen.

Nach langem Ringen finden der Grenzwächter und der Flüchtling einen Kompromiss. Der Grenzwächter verrät dem Flüchtling einen Schleichweg und lässt ihn gehen. Um die beiden in der Nähe postierten Kollegen zu täuschen, feuert er aus seinem Dienstgewehr zwei Schüsse ab. Die Frau des Grenzwächters ist davon überzeugt, dass ihr Mann den Flüchtling ermordete und will ihn verlassen. Da steht plötzlich völlig überraschend der Flüchtling in der Tür, um die beiden vor dem heraneilenden Trupp zu warnen. Er fordert sie auf gemeinsam zu fliehen. Nun erkennt der Grenzwächter, dass er mit seinem Verhalten des >Wegschauens< nicht nur Mitläufer, sondern auch Mittäter dieses Unrechtsregimes war und entscheidet sich zu bleiben. Die Frau und der Flüchtling fliehen. Der Grenzwächter leistet denen von der Kaserne Widerstand und wird erschossen.

Fotos © Rolf Bock